Vor den versammelten Vertreterinnen und Vertretern der Glaubensgemeinschaften in Österreich lobte die Bundesministerin den guten gemeinsamen Weg der Religionsgemeinschaften mit den Behörden. Sie hob auch die Bedeutung der Religionsfreiheit weltweit hervor und verwies auf die Arbeit der im Bundeskanzleramt eingerichteten Stabsstelle zum internationalen Schutz religiöser Minderheiten, mit besonderem Fokus auf Christenverfolgung.
Auf den Wert des Religionsunterrichtes wies sie ebenfalls hin, da dieser den künftigen Generationen Werte und Orientierung vermittle.
Ministerin Raab erinnerte auch an das erfolgreiche Zusammenwirken mit den Religionsgemeinschaften in der vergangenen Legislaturperiode Den österreichischen Weg der Kooperation zwischen Staat und Religion und des gemeinsamen Einsatzes für das Miteinander in der Gesellschaft gelte es weiterzugehen und zu stärken.
Jedoch auch die Herausforderungen, wie der Anstieg von Antisemitismus, der Vertrauensverlust in Institutionen und die zunehmende Beliebigkeit in der Gesellschaft wie auch der Einfluss extremistischer Strömungen als Gefahr für die Demokratie und den Zusammenhalt blieben nicht unerwähnt.
Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, der Salzburger Erzbischof Franz Lackner verwies in seiner Ansprache auf die Bedeutung der Hoffnung. Diese sei nicht mit
Optimismus zu verwechseln, sondern bedeute vielmehr, einen Sinn im Geschehen zu
erkennen, und zwar unabhängig vom Ausgang. Eine transzendenzoffene "Hoffnung wider alle Hoffnung" sei eine "verlorene Wahrheit unserer Zeit", führte Lackner weiter aus. Hoffnung sei im tiefsten Kern ein Vertrauen darauf, dass in etwas Sinn liege, und zwar selbst in unverständlichen Ereignissen. "Wir dürfen als Christen der Welt diese Hoffnung nicht vorenthalten", so der Erzbischof. Eine solche von Hoffnung geprägte Haltung sei zudem auch das Fundament für den Einsatz für den Frieden. Dies werde angesichts globaler Herausforderungen wie dem Ukrainekrieg, dem Konflikt im Nahen Osten, gesellschaftlicher Spannungen und den Folgen des Klimawandels besonders deutlich. Die Religionsgemeinschaften hätten hier die besondere Verantwortung, Hoffnung zu
stiften.
Wie in den Vorjahren hatte Bundesministerin Raab unter den christlichen Kirchen auch die Neuapostolische Kirche zum Empfang eingeladen.
Musikalisch wurde das adventliche Zusammensein vom Chor des Gymnasiums sacré Coeur gestaltet.