Woche 25/ 2024

18.06.2024

Abschied und Wiedersehen!
Zu Beginn der Woche nahmen wir in unserer Kirche Rafzerfeld Abschied von einem treuen, wertvollen Mitarbeiter und Freund. Bezirksevangelist i.R. Manfred Kahnwald hat im Hintergrund, ohne ein Aufheben um seine Person zu machen, mit seinen herausragenden Gaben und Fähigkeiten gewirkt.

Dabei hat er grossartige Arbeit im Erstellen von Schulungsunterlagen, in der Ausbildung von Amtsträgern und auch in der Formulierung von Antworten bei herausfordernden Anfragen etc. gemacht. Diese Tätigkeit hat er bei etlichen Bezirksaposteln, auch in Afrika und Asien, in grosser Treue ausgeübt. Es war ein Abschied in der Gewissheit des Wiedersehens.  

Die Bahnfahrt über Rapperwil SG durch das Toggenburg und das Hinterland von Appenzell-Ausserrhoden führte mich nach Herisau, wo wir eine schöne und starke Gemeinde haben. Der Bezirksvorsteher und seine Gattin erwarteten mich bereits am Bahnhof und innert weniger Minuten waren wir bei unserer schmucken Kirche, wo wir bereits erwartet wurden. Schon vor dem Gottesdienst ertönte aus der Ferne aus dem Kirchensaal ein «Zäuerli», mit Inbrunst vom Chor vorgetragen. Es handelt sich dabei um einen typischen Appenzeller Naturjodel. Eine aufnahmebereite Gemeinde freute sich auf Gottes Wort. Der Chor unterstützte das Geisteswirken und ein Duett (Sopran und Alt) sang in unsere Herzen. Es ist einfach wunderschön, wenn sich eine Gemeinde sichtlich über einen neuen Glaubensbruder freut, der die Gabe des Heiligen Geistes und damit die Gotteskindschaft erhalten darf. Der Musikvortrag aus der Ferne hatte mich so berührt, dass der Chor nach Erklingen des Schlussliedes «Gebet Use Vater» nochmals das Zäuerli vortragen musste. Stellvertretend überreichte mir der Bezirksvorsteher ein Überraschungsgeschenk von den Geschwistern des ganzen Bezirkes St. Gallen. Warum schon auseinandergehen, wenn Gemeinschaft doch so schön ist. Es war der Wunsch unseres neuen Glaubensbruders, auf seine Wiedergeburt anzustossen. Diesem Wunsch haben wir gerne entsprochen.

«Italia - stiamo arrivando! (Italien, wir kommen)»

Am Freitagmorgen ging es zeitig auf die Reise.  Am frühen Nachmittag war ein Termin in der Lombardei angesetzt, den wir unter allen Umständen wahrnehmen wollten. Dabei ging es um die Beglaubigung von Unterschriften auf der Hausbank unserer Gebietskirche Italien. Die dazu notwendige Delegation unserer Kirche bestand aus drei Angestellten der Verwaltung, Apostel Camenzind und mir. Zwischen Milano und Lecco, ungefähr auf halber Strecke, liegt der Ort Casatenovo, wo dieser Akt unter Präsenz von uns allen vollzogen wurde. Danach teilten sich unsere Wege wieder. Während für den Bezirksapostelhelfer, meine Gattin und mich der Weg weiter nach Sesto San Giovanni (eine Stadt am nordöstlichen Rande von Milano) führte, fuhren die restlichen Teilnehmenden wieder nach Hause.

Aus ganz Italien sind sie angereist: Zunächst die Delegierten der Gebietskirche Italiens. Diese Versammlung findet am Samstagmorgen statt. Für den Nachmittag sind es die Vertreter der Bezirksvorsteher und auch der Bezirksvorsteher des Bezirks Ticino, die sich zur Bezirksvorstehertagung dazugesellen. Das erste Mal erlebt auch mein Nachfolger die beiden Sitzungen und kann sich davon ein Bild für seine künftige Tätigkeit machen. Er hat auch die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen und aufzuzeigen, wo er besondere Schwerpunkte in seinem Wirken sieht. Die Bezirksvorsteher ihrerseits stellen ihre Bezirke vor und weisen auf Wunsch je auf eine Freude und eine Sorge hin, die in der Arbeit im Bezirk herausstechen.
Weitere Themen und Fragestellungen werden behandelt. Mit grosser Dankbarkeit und Freude darf ich feststellen, dass der künftige Bezirksapostel in den Herzen der Brüder schon einen festen Platz hat und das Einssein kein Fremdwort ist.

Der Sonntag beschert uns ein Freudenfest. Apostel i.R. Orando Mutti und Patrizia erhalten im Festgottesdienst in Milano-Centro in Anwesenheit des Bezirks Italia-Nordovest und der Bezirksvorsteher den Segen zu ihrem goldenen Hochzeitsjubiläum (nozze d’oro). Die Freude darüber ist in der ganzen Gemeinde spürbar. Es ist berührend und bewegend, die treuen Brüder und Schwestern zu sehen und mit ihnen zusammen Gottesdienst zu erleben. Der Altarschmuck weist wunderschön auf das besondere Jubiläum hin. Chor und Kinderchor haben noch am Samstagnachmittag fleissig geprobt. Auch die Spielerinnen und Spieler der folgenden Instrumente: “clarinetto, flauto traverso, tamburo, pianoforte e organo” haben mit Eifer ihre Auftritte perfektioniert. Wunderschön wird musikalisch die Grösse und Majestät Gottes besungen und mit den Musikinstrumenten zum Ausdruck gebracht. Den Segen, den das Jubelpaar erhält, teilt es gerne mit seinen Lieben und der ganzen Gemeinde. Wir mögen dem Goldhochzeitspaar die Fülle göttlichen Segens von Herzen gönnen.   

Nach dem «inno finale: gloria, lode, onore» folgt ein «inno finale 2»: die ganze Gemeinde stimmt ein in das afrikanische «Masithi, Amen», das um eine italienische Version ergänzt ist.

Mit einer wunderschön gestalteten Fotocollage über die Begegnungen der letzten 15 Jahre (come vescovo, apostolo e apostolo di distretto) mit mir als Bischof, Apostel und Bezirksapostel in den verschiedenen Gemeinden des Bezirks und einem ebensolchen Blumenstrauss für meine Gattin, bringen die Geschwister ihre Verbundenheit und Liebe zum Ausdruck. Aus unserem (meiner Frau und meinem) Herzen tönt es so: “Siamo e resteremo legati nei nostri cuori. Insieme ci muoviamo verso la meta della nostra fede. Arrivederci, non vi dimenticheremo e ci rivedremo! (Wir sind und bleiben im Herzen verbunden. Gemeinsam geht es dem Ziel unseres Glaubens entgegen. Auf Wiedersehen, wir vergessen euch nicht und werden uns wiedersehen!)»