Gemeinsame Ostervesper der christlichen Kirchen

26.04.2025

Der Ökumenische Rat der Kirchen, die Erzdiözese Wien und die Stiftung Pro Oriente luden am Samstag, 26. April 2025 zu einem ökumenischen Gottesdienst in den Wiener Stephansdom ein.

Unter dem Motto "gemeinsam glauben - gemeinsam feiern" begingen die Kirchen in Österreich diese gemeinsame ökumenische Ostervesper im Wiener Stephansdom, deren Anlass das seltene Zusammentreffen der Ostertermine der Ost- und Westkirchen und damit die gemeinsame Osterfeier war, 

Dieses gemeinsame Osterfest im Jubiläumsjahr "1700 Jahre erstes Ökumenisches Konzil von Nicäa" bezeichnete der Apostolische Administrator der Erzdiözese Wien, Josef Grünwidl in seiner Predigt als wichtigen Schritt auf dem gemeinsamen Weg der christlichen Kirchen. Er hielt auch fest: "Wir sind noch nicht am Ziel. Aber wir schauen nicht zurück, sondern wir strecken uns aus nach dem, was vor uns liegt, und gehen miteinander auf das Ziel zu."
Die Bedeutung des Betens und Arbeitens im Geist der Ökumene zeigt sich hier für den Apostolischen Administrator darin, dass "die Einheit der Kirche nicht in erster Linie ein organisatorisches, strukturelles Problem, sondern zuerst eine Frage des Glaubens und des Gebets ist". Denn Einheit könne nicht gemacht werden, sondern sei "Frucht des Gebets und ein Geschenk des Heiligen Geistes". 
Das Glaubensbekenntnis von Nicäa nannte Grünwidl einen bleibenden "Arbeitsauftrag" für alle christlichen Kirchen: "Es geht darum, das Credo und das Evangelium in das Leben der Menschen hinein zu übersetzen". In einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft sei es entscheidend, den Gott der Bibel "neu und lebensrelevant" zu verkünden.

Die Feier bestand aus liturgischen Elementen der östlichen und westlichen Kirchentraditionen wie Psalmen, Osterhymnen oder auch einem orthodoxen Abendhymnus. Das Unser Vater wurde u.a. auch auf Aramäisch, der Sprache Jesu, gebetet.

An diesem Gottesdienst nahmen neben Administrator Gründwidl die Vertreterinnen und Vertreter der römisch katholischen Kirche, der evangelischen Kirchen A.B und HB, der evangelisch methodistischen Kirche, der altkatholischen Kirche, der Neuapostolischen Kirche, der anglikanischen Kirche, des Bundes der Freikirchen, der armenisch-apostolischen Kirche, der griechisch-orthodoxen Kirche, der bulgarisch-orthodoxen Kirche, der syrisch-orthodoxen Kirche, der serbisch-orthodoxen Kirche, der Äthiopisch-orthodoxen Kirche, der Russisch-orthodoxen Kirche sowie der Heilsarmee teil.

Der Feier voraus gingen ökumenische Begegnungen bei vier Kirchen in der Wiener Innenstadt.