Woche 17 / 2024

23.04.2024

Der Blick geht kurz zurück auf Erlebtes und gleichzeitig darf ich in der Gegenwart die Fülle der Liebe und Zuwendung Gottes erleben.

Der Beginn der vergangenen Woche war geprägt von der Sitzung der Koordinationsgruppe International mit dem Stammapostel und der Beiratssitzung des Verlags. Es war gleichzeitig der grosse Wechsel in der Besetzung dieses Gremiums. Die Bezirksapostel Rainer Storck, Rüdiger Krause und ich wurden verabschiedet und an unserer Stelle wurden die Bezirksapostelhelfer Thomas Deubel, Helge Mutschler und Stefan Pöschel als neue Mitglieder willkommen geheissen. Zusammen mit dem Stammapostel als Vorsitzenden und Bezirksapostel Peter Lambert als aussereuropäischem Mitglied ist die Gruppe gerüstet für die künftigen Herausforderungen.

Die Verschnaufpause verschiebe ich auf später. Am Mittwochmorgen geht es auf die Reise nach Süditalien. Napoli ist die erste Station, wo uns Bezirksältester Angelo Prisco abholt. Nachdem Bischof Ivan De Lazzari von Venedig herkommend ebenfalls gelandet ist, geht es auf die Reise nach dem dreieinhalb Stunden entfernten Lanciano. Blitz, Donner und starke Regengüsse begleiten uns auf dem Weg. Die kalte Luft hat auch Süditalien erreicht.

Ein besonderes Bethanien dürfen wir am Abend in unserer Gemeinde erleben. Einmal mehr staune ich über die Vielfalt der musikalischen Darbietungen. Fast die ganze Gemeinde ist involviert. Ein schönes Beispiel, wie Jung und Alt ihre Gaben einbringen. Ich habe mich herzlich über diese Begegnung mit unseren Geschwistern und das gemeinsame Gotterleben im Gottesdienst gefreut. Die Gemeinschaft und die Gespräche nach dem Gottesdienst lassen die enge Verbindung erleben.

Über 450 Kilometer entfernt ist unsere Gemeinde Martano in Apulien, südlich von Lecce. Bei schönstem Sonnenschein starten wir. Dunkel und schwer liegen dicke Regenwolken am Horizont und schon bald regnet es wie aus Kübeln. Auch unsere Lebensreise gleicht manchmal einer solchen Abfolge, doch die Sonne kommt immer wieder hervor.

Die schöne und lebendige Gemeinde befindet sich im Absatz des Stiefels von Italien. Wer das Amen hört und dem Gebet des Vaterunsers folgt, weiss: Den Schwestern und Brüdern ist es ernst. Mit fester Stimme und mit Nachdruck wird es hörbar gemacht. Das gilt auch für den Gesang, der mit grosser Festigkeit erklingt. In dieser schönen Gemeinschaft erlebe ich den zweiten Gottesdienst der Reise. Auch hier sind mir wie überall die Geschwister über die Jahre ans Herz gewachsen. Diese Verbindung bleibt bestehen. Arrivederci, ci vedremo! Vivete per sempre nel mio cuore. 

Bei der Landung in Kloten am Freitagabend erleben wir: Der Winter ist zurück. Dieser Zustand wird für die nächste Zeit so bleiben. Aber wie mit so manchen Dingen in unserem Leben ist es mit dem Wetter: es bleibt nicht so.

Unsere Gemeinde Wattwil im Toggenburg hat heute einen besonderen Festtag, Bischof Fässler begleitet mich. Eine junge Glaubensschwester wird konfirmiert, gelobt Gott Treue und sagt dem Bösen mit Entschiedenheit ab. Die Geschwister sind voll freudiger Erwartung. Nicht nur die Konfirmandin wird gesegnet, die ganze Gemeinde kann von dieser göttlichen Zuwendung profitieren. Mit grosser Überzeugung und Strahlkraft erzählt uns die Konfirmandin vor dem Gottesdienst von ihren Glaubenserlebnissen. Es sind Augenblicke, die tief ins Herz gehen und grosse Freude auslösen. Ich bin begeistert, wie unsere junge Schwester ihren Glauben lebt und mit innerer Überzeugung davon Zeugnis ablegt: Neben ihr sitzt an diesem Fest ihre beste Freundin aus der Schule. Dazu bringt sie sich musikalisch am Klavier ein. Mitarbeiten und die Gaben zur Freude der Gemeinde einsetzen sind keine Fremdworte.

Ein festes Ja und das freudige Ablegen des Gelübdes öffnen den Weg zum Konfirmationssegen. Wer sich nach Gottes Segen sehnt, erhält ihn in der Fülle.

Wenige Tage zuvor ist eine junge Glaubensschwester, kurz vor der Konfirmation, nach schwerer Krankheit in die jenseitige Welt gegangen. Beim Heiligen Abendmahl für die Entschlafenen gedenken wir besonders dieses Gotteskindes, das sich auch auf dieses Fest gefreut und vorbereitet hatte. Stellvertretend erhalten der Vorsteher und die in der Gemeinde dienende Priesterin die Hostien. Es sind bewegende Momente.

Wir wünschen allen Konfirmandinnen und Konfirmanden, die heute und an den kommenden Sonntagen als eigenverantwortliche Christen in den Gemeinden willkommen geheissen werden, viel Erleben der Nähe und Liebe Gottes und dass sie spüren: Ich werde gebraucht und kann mich aktiv und mit Verantwortung in meiner Gemeinde einbringen.