Woche 11 / 2024

12.03.2024

Eine Wochenreise mit ein paar Zwischenhalten mehr.
Nur eine kurze Nacht lag zwischen der Rückreise von Palma de Mallorca und der Reise am Montagmorgen nach Lugano.

Da sich der Gesundheitszustand von Apostel i.R. Luigi Albert in kurzer Zeit stark verschlechtert hatte, wollte ich ihn besuchen. Am Mittag traf ich mich mit seinen beiden Söhnen und musste feststellen, dass wir uns an einem Sterbebett versammelten. Mit ganz besonderen Gefühlen feierten wir zusammen das Heilige Abendmahl. Für Augenblicke flackerte trotzdem der wohlbekannte Witz und Humor in ihm auf und so wurde auch diese Begegnung zu einem prägenden Erlebnis. Im Wissen, das wir uns das letzte Mal gesehen hatten, verabschiedeten wir uns voneinander.

Am Dienstag und Mittwoch erlebten wir im Kreis der Apostel die erste Apostelversammlung dieses noch jungen Jahres. Man könnte meinen, dass alles bald besprochen ist, indes ist das Gegenteil der Fall. Das vollbepackte Programm beinhaltete wieder viele wichtige, zeitgemässe und zukunftswirksame Besprechungspunkte. Unter anderem war eine Ausbildung seitens unserer externen Meldestelle für Missbrauchsfälle ein wichtiger Schwerpunkt. Dabei konnten wir von einem reichen Erfahrungsschatz profitieren und unsere Aufgabe im ganzen Verfahren vertiefend präzisieren. Eine Reihe geistlicher Themen standen ebenfalls auf dem Tagungskalender.

Am Dienstag gegen Abend erhielt ich vom ältesten Sohn von Apostel Albert die Nachricht, dass vor wenigen Augenblicken sein Vater verstorben sei. Nun galt es, neben der emotionellen Verarbeitung die weiteren Schritte zu planen, zu organisieren und darüber zu informieren. Zum Glück habe ich helfende Hände im Hintergrund, die mir viel davon abnahmen. Dabei war wie immer die Suche nach einem möglichen Termin für die Trauerfeier eine der Herausforderungen. Wer es selber schon erlebt hat, weiss, mit wieviel Aufwand das Ganze verbunden ist. Mehr dazu wird in den nächsten Notizen zu lesen sein.

Am Mittwochabend kehrte ich zusammen mit weiteren Gemeinden in unserer Gemeinde Andelfingen zum Gottesdienst ein. Auf der Fahrt wirbelten und tanzten Schneeflocken rund ums Auto – der Winter hielt erneut Einzug. Auch dieser Gottesdienst war ein Geschenk des Himmels: Ein Innehalten in der Hektik unserer Tage, eine Möglichkeit, der Seele etwas Gutes zu tun. Dankbar durfte ich feststellen, dass die Freude über die Begegnung gegenseitig war. Mit viel Liebe war alles vorbereitet worden, um auch diese Begegnung zu einem Fest zu machen. Neben dem Gemeindechor besitzt Andelfingen auch einen stattlichen Männerchor, der uns am Schluss des Gottesdienstes mit seinem Liedvortrag eine besondere Freude bereitete.

Es ist Samstagmorgen 04.30 Uhr. Eben hat der Wecker geklingelt. Um 05.16 Uhr wird der Zug uns an den Flughafen bringen, von wo wir nach Venedig fliegen. An diesem Tag werden wir nicht zur Ruhe kommen. Bischof De Lazzari empfängt uns am Flughafen und schon geht es weiter. Ein kurzer Kaffeehalt bei ihm zu Hause wird genutzt, um die Reisekleidung gegen die Festkleidung für den Gottesdienst einzutauschen und schon geht es los Richtung Bolzano. Um 15.30 Uhr erleben wir dort Gottesdienst und am Ende des Tages werden wir beinahe 600 Kilometer gefahren sein. Die Reise ist kurzweilig, gibt es doch manches zu erzählen und zu besprechen. Aus dem Ticino ist auch Apostel Camenzind eingetroffen. Abwechslungsweise wird in Italienisch und Deutsch gedient mit jeweiliger Übersetzung in die andere Sprache. Mit viel Einsatz ist ein Chor gebildet worden, der uns mit Gesang erfreut. Auch ein Solostück mit Orgel und Tromba (Trompete) trägt zur Freude bei. Bolzano bekommt Zuwachs: die kleine Lotte empfängt in der Heiligen Versiegelung die Gabe des Heiligen Geistes und ist nun Teil der Gemeinde. Die Verabschiedung aus dieser kleinen, aber ganz starken und treuen Gemeinde, ist gar nicht so leicht.

Von weit her sind sie angereist, die Geschwister des Bezirkes Italia Nord-Est. Zum Teil sind sie bereits um 06.00 Uhr losgefahren, um in unserer Kirche Trebaseleghe gemeinsam Gottesdienst erleben zu können. Eine Gemeinde in typischer südländischer Feststimmung erlebe ich an diesen Sonntagmorgen. Mit viel Begeisterung werden vom durch Sängerinnen und Sängern aus dem ganzen Bezirk gebildeten Chor die Lieder vorgetragen. Auch ein Kinderchor singt zweimal mit. Wie die Erwachsenen sind auch die Kinder mit Leib und Seele dabei.

Die Begeisterung wird noch grösser und ist richtig ansteckend. Aus vollen Kehlen, unterstützt durch verschiedene Instrumente, tönt es zu Lob und Preis Gottes. Im Vorsteher und Priester Mario de Sena wird für den Bezirk ein Vertreter für den Bezirksvorsteher ernannt. Auch da ist die Freude riesig.
Niemand muss hungrig die Heimreise antreten. Im Untergeschoss der Kirche ist der Tisch reich gedeckt und wird dürfen miteinander ein paar schöne Stunden in herzlicher Gemeinschaft erleben. Auf der ganzen Reise ist auch Bezirksapostel i.R. Armin Studer mit dabei. Das Wiedersehen löst gegenseitig viel Freude aus und so manche Erinnerung wird wieder lebendig.

Sehr müde, aber auch sehr glücklich und erfüllt mit positiven Eindrücken erreichen wir zu vorgerückter Nachtstunde unser Zuhause.